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Immer am 1. Dezember ist der Welt Aids Tag.
An diesem Tag und drumherum gibt es zahlreiche Veranstaltungen von Organisationen, Parteien und Gruppen zum Thema Aids. Auch neueste statistische Erhebungen werden veröffentlicht. Leider sind diese Zahlen auch in diesem Jahr mehr als erfreulich. In der Bevölkerung der sogenannten zivilisierten (westlichen) Welt, herrscht immer mehr die Meinung vor, dass einem ja nichts passieren kann, wenn man einen “festen Partner” hat. Die Statistik zeigt uns auch, dass Aids nicht nur ein Problem von Homosexuellen ist. In Deutschland leben nach Zahlen des Robert-Koch-Institutes ca. 37.000 Menschen mit dem Virus. 50% der Neuinfizierten sind homo- UND bisexuelle Männer. Die Zahl der Neuinfektionen liegt wie in den Jahren zuvor bei etwa 2.000 Personen. Ein Heilmittel ist nach wie vor nicht in Sicht. Die medizinische Forschung hat bisher nur Medikamente entwickelt, die den Verlauf der tödlichen Immunschwäche verlangsamen. Das bedeutet, dass immer mehr Menschen mit dem Virus leben. Trotzdem wird der Umgang mit dem Thema immer lascher, viele halten sich für nicht betroffen und schützen sich gar nicht gegen Ansteckung, trotz wechselnder Sexualpartner. Der Gebrauch von Kondomen wird lediglich als Schutz gegen ungewollte Schwangerschaft gesehen.
Schlimmer als bei uns ist die Entwicklung in Afrika. Die jährliche Zahl der Aidstoten dort ist fast so hoch wie die gesamte Opferzahl des Vietnamkrieges. Im südlichen Afrika sind ca. 71% der Bevölkerung betroffen. Das Deutsche Rote Kreuz will in den kommenden 10 Jahren mit 2 Millionen freiwilligen Helfern eine Aufklärungskampagne in 53 afrikanischen Staaten durchführen. Die Menschen sollen zu Enthaltsamkeit, Treue und zum Gebrauch von Kondomen angehalten werden. Alleine in diesem Jahr sind dort 2,4 Millionen Menschen an Aids gestorben.
Ebenso sehen Fachleute der Organisation Ärzte ohne Grenzen eine epidemieartige Verbreitung der Krankheit in Russland voraus. Dort sind offiziell 69.000 Menschen erkrankt. Die Weltgesundheitsorganisation geht in Schätzungen jedoch von 500.000 Betroffenen aus. Allein in diesem Jahr ist die Zahl der Neuinfektionen höher als in den letzten 10 Jahren zusammen.
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