Karl-Heinz Mehlan am 9.10.2003 verstorben

Mehlan wurde am 18.Juli 1916 geboren und stammte aus einfachen Verhältnissen. Wäre es nach seinem Großvater gegangen, hätte er Bauer werden sollen. Er setzte sich jedoch mit seinem Wunsch durch und studierte in Breslau Medizin.
Die sowjetische Komandatur setzte ihn nach dem Krieg als Kreisarzt ein. Er jedoch wollte in die Forschung und habilitierte 1951 an der Berliner Humboldt-Universität. Dort beschäftigte er sich dann erstmals mit einem Thema, das ihn dann nicht mehr losgelassen hat: Empfängnisverhütung und Schwangerschaftsabbruch.
Was heute vielleicht nur noch ein müdes Lächeln hervorrufen würde, war damals eine Sensation: Mehler konfrontierte seine Studenten mit Penisattrappen aus Afrika und rollte vor Reihen hochroter Köpfe die aus Amerika eingeführten Kondome aus und erklärte deren Anwendung und Funktion.Die Einrichtung von über 200 Eheberatungsstellen, die Gründung des Instituts für Sozialhygiene sowie die Entwicklung der ersten Antibabypille der DDR (die ab 1965 kostenlos verteilt wurde), gehen unter vielem anderen auf seine Arbeit zurück.
Nur die Aufstellung von Kondomautomaten in Schulen konnte er nicht verwirklichen. Margot Honnecker, die damalige Gesundheitsministerin war nicht bereit Gespräche über ein solch schlüpfriges Thema zu führen.

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