Eine EU-Kommission widerlegt die Behauptung von Kirchenvertretern, wonach Kondome durchlässig für HIV-Viren sein sollen.

Vertreter der katholischen Kirche versuchten kürzlich die Arbeit von 20 Jahren Aids-Aufklärung zunichte zu machen: wie Spiegel und Guardian berichteten, verbreitete ein Vatikan-Sprecher die These, dass Präservative kleine Löcher hätten und daher nicht zuverlässig vor Aids schützen würden. Als Konsequenz aus dieser "Erkenntnis" forderte der Vatikan dazu auf, daher gänzlich auf den Gebrauch zu verzichten. Getreu dem Motto: wenn die Dinger schon nicht vor Aids schützen, sollten sie nicht auch noch dazu führen, immer willkommene Schwangerschaften zu verhindern.
Der für Familienfragen zuständige Kardinal Alfonso Lopez, bezog sich auf die Aussage, dass Kondome, bei falscher Anwendung, nicht 100% ig vor Schwangerschaft schützen würden. Da ein HIV-Virus kleiner sei als eine Samenzelle, bedeutet dies für den Kirchenmann, dass die Dinger dann erst recht nicht vor Aids schützen.
Die EU-Kommission hingegen verweist auf 15 Jahre zum Teil von der EU finanzierte Forschung, die eindeutig ergeben hat, dass Kondome, die richtig angewandt werden der wirksamste Schutz vor ungewollter Schwangerschaft und Infektion mit ansteckenden Krankheiten, auch Aids, ist.
Damit all diese Anstrengungen nun nicht von einem Familienkardinal einfach so in Zweifel gezogen werden können, fasste der für Forschung zuständige EU-Kommissar Philippe Busquin die Ergebnisse folgendermaßen zusammen: "Ich stütze mich auf Aussagen, denen zuverlässige wissenschaftliche Erkenntnisse zugrunde liegen. Der Beweis ist erbracht: Kondome sind das beste Mittel, sich gegen eine HIV-Infektion zu schützen. Aussagen, die nicht auf zuverlässigen wissenschaftlichen Untersuchungsergebnissen basieren, sind gegenstandslos."

 

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